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Atemschutzüben
Über 500 Einsatzkräfte übten in Bremervörde Drucken E-Mail

Großübung in Bremervörde Über 500 Einsatzkräfte der Stadtfeuerwehr Bremervörde, der Kreisfeuerwehrbereitschaften der Brandschutzabschnitte Bremervörde und Zeven des Landkreises Rotenburg (Wümme), sowie Schnelleinsatzgruppen der Hilfsorganisationen (SEG) aus den Landkreisen Rotenburg (Wümme), Harburg und Soltau- Fallingbostel übten am Samstag, den 08.05.2010 gemeinsam in Bremervörde.

Um 09:45 heulten die Sirenen und Meldeempfänger in Bremervörde und den zugehörigen Ortschaften, so auch in Bevern. Der Auftakt für eine Großübung, an der insgesamt über 500 Einsatzkräfte von verschiedenen Organisationen teilnahmen.
Der Einsatzort für die Kräfte der Stadt Bremervörde war das Ostemed-Pflegeheim "Haus im Park" in der Bremer Straße. Das alte Kreiskrankenhaus von Bremervörde wird seit dem Neubau des Krankenhauses in den 1980er Jahren als Pflegeheim genutzt.

 

 

 

 

Hier wurde angenommen, dass im 2. Obergeschoss sowie auf dem Dachboden bei Schweissarbeiten ein Feuer ausgebrochen ist. Nun galt es für die Ortswehren die Bewohner zu retten, die in diesem Stockwerk untergebracht waren. Weiterhin waren auch Handwerker und Pflegepersonal zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers im Gebäude. Mehrere Personen wurden vermisst. Unter der Leitung von Bremervördes Ortsbrandmeister Holger Naubert und dem stellv. Stadtbrandmeister Michael Krahl begannen die Kräfte mit der Rettung und Brandbekämpfung. Ca. 20 Statisten wurden von der Darstellungsgruppe (RUD / Realistische Unfall-Darstellung) des DRK Tarmstedt für diesen Teil der Übung mit realistischen Verletzungen, aber auch mit in Pflegeheimen typischen Erkrankungen versehen, geschminkt und entsprechend eingewiesen, um die Verletzungsmuster realitätsnah zu gestalten.

  Die geretteten Personen wurden an die Schnelleinsatzgruppe des DRK übergeben, die auf dem Gelände des Schulzentrums Engeo einen sogenannten Behandlungsplatz 50 (BHP50) errichtet hatten. Dieser BHP50 ist dafür ausgelegt bei einem Massenanfall von Verletzten 50 Verletzte pro Stunde behandeln und versorgen zu können. Das DRK übernahm die Verletzten nach einer Erstbehandlung am Pflegeheim und transportierte sie dann die ca. 1,5 km nach Engeo zum BHP50, wo sie weiterversorgt werden. In einem echten Einsatzfall würden die Verletzen von dort dann in Krankenhäuser im weiteren Umkreis verlegt. Auch die Notfallseelsorge war beim Pflegeheim sowie auf dem BHP50 eingesetzt und übernahm vor Ort unter der Leitung von Pastor Andreas Hellmig die Betreuung geretteter Personen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Als zweite Übungslage wurde ein schwerer Unfall in der ehemaligen Vörde-Kaserne angenommen. Hierbei war ein PKW in einen Tankanhänger gerast, der gerade die Tankstelle der Kaserne auffüllte. Der Tankanhänger wurde dadurch aufgerissen und der PKW-Fahrer in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Ein weiterer PKW versuchte auszuweichen, geriet ins Schleudern und kollidierte mit dem Tankstellengebäude.

 

 

 

 

Durch die Beschädigung am Tankanhänger lief fast der gesamte Inhalt an Ottokraftstoff in die Kanalisation und verteilte sich dort unter dem Gelände der Kaserne. Eine Kurzschluss im Fahrzeug des Unfallverursachers verursachte dann einen Fahrzeugbrand. Dadurch kam es zu einer folgenschweren Explosion des Kraftstoffes in der Kanalisation. Etliche Gullideckel auf dem Gelände der Kaserne wurden weggeschleudert und in zwei Gebäuden brach ein Feuer aus. Mehrere Personen befanden sich noch in den Gebäuden.

Da die Feuerwehren der Stadt Bremervörde durch das "Feuer" am Pflegeheim gebunden waren, wurden die Kreisbereitschaften der Brandschutzabschnitte Bremervörde und Zeven in Marsch gesetzt um der Lage Herr zu werden. Auch die Schnelleinsatzgruppen der Hilfsorganisationen der Landkreise Soltau-Fallingbostel und Harburg (u.a. Johanniter Unfallhilfe, DRK) wurden angefordert.



 

 

 

Die SEG´s und Kreisbereitschaften hatten sich bereits in Bereitstellungsräumen beim Ta-Töff in Bevern sowie in Selsingen und Zeven bereit gehalten und rückten von dort aus mit Sonderrechten an. Die Bereitschaft der SEG aus Harburg erstellte auf dem Kasernengelände einen weiteren Behandlungsplatz 50, da ca. 80 Personen in den beiden Gebäuden vermutet wurden. Tatsächlich waren für diesen Übungsteil über 60 Personen und Übungspuppen von der Darstellungsgruppe der Kaserne Seedorf mit realistischen Verletzungen geschminkt worden.

Die beiden Bereitschaften der Feuerwehr erhielten den Auftrag zur Rettung der Verunfallten und vom Feuer betroffenen Personen und zur Brandbekämpfung in den beiden Gebäuden. Für Erstaunen bei den übenden Kräften sorgte hierbei, dass in einem der Gebäude tatsächlich Feuer ausgebrochen waren, das es zu bekämpfen galt.
Da die gesamten Anlagen auf dem Kasernengelände Mitte des Jahres für den Neubau einer Justizvollzugsanstalt abgerissen werden sollen, ergaben sich hier einmalige Übungsmöglichkeiten. Und eine weitere Schwierigkeit. Denn das gesamte Gelände verfügt zwar über ein hervorragendes Hydrantennetz, allerdings ist die gesamte Wasserversorgung abgeschiebert, da das Gelände ja brach liegt.

 

 

 

 

 

Das bedeutete für die Feuerwehrkräfte das Legen einer doppelten Leitung über 1,6 Kilometer (ingesamt 3.200 Meter B-Schlauch) um eine ausreichende Wasserversorgung herzustellen. Weiterhin verlief diese Leitung durch ein stark frequentiertes Gewerbegebiet, so das ensprechende Straßenüberführungen für die Leitungen geschaffen werden mussten.

Während das eigentliche Unfallszenario vom 2. Zug der Bereitschaft Bremervörde relativ zügig abgearbeitet werden konnte, stellten die beiden brennenden Gebäude hohe Anforderungen an die restlichen Einheiten der Bereitschaften und Schnelleinsatzgruppen. Bei den Gebäuden handelte es sich nämlich um zwei ehemalige Unterkunftgebäude der Bundeswehr, sog. "Blocks", mit jeweils 3 Stockwerken und einem voll begehbaren Dachboden.

 

 

 

 

Die jeweils ca. 15 x 60 Meter messenden Gebäude waren durch die echten oder simulierten Brände größtenteils verqualmt, so dass die Kräfte die Gebäude Raum für Raum unter Atemschutz absuchen mussten. Die insgesamt ca. 60 vermissten Personen wurden von den Trupps der Feuerwehr, dann an Verletztensammelplätzen vor den Gebäuden an das DRK übergeben und nach einer kurzen Sichtung und Erstbehandlung zum BHP50 in der Kaserne transportiert. Dort erfolgte dann, wie auch schon beim Pflegeheim, eine weitere Behandlung und anschliessend "virtuell" der Abtransport in umliegende Krankenhäuser und Kliniken.

Während der Übung erfolgte die Koordination aller eingesetzten Einheiten in beiden Lagen durch die Örtliche Einsatzleitung (kurz ÖEL) Gnarrenburg, welche im ELW3 am Feuerwehrhaus in Bremervörde Position bezogen hatte.

 

 

 

 

Nach Abschluss der Lagen wurde von der Betreuungskomponente der SEG des Landkreises Rotenburg für alle beteiligten ein Mittagessen im Feuerwehrhaus Bremervörde bereitgestellt, bevor die Einheiten sich wieder auf den Rückweg zu ihren Standorten begaben.

Ausgearbeitet wurde die Übung von der ÖEL Bremervörde unter der Leitung von Stadtbrandmeister Rüdiger Naubert. Die ÖEL Bremervörde übernahm auch, in Zusammenarbeit mit der ÖEL Geestequelle, die Leitung der Übung. Als Darsteller für die Verletzen konnten Kräfte der Altersabteilungen der Wehren aus der Stadt Bremervörde und der Samtgemeinde Geestequelle, das Jugendrotkreuz aus Bremervörde und Feuerwehrleute aus den Landkreisen Cuxhaven und Stade gewonnen werden.

Die Werkfeuerwehr Airbus, ein Fahrzeug der Feuerwehr Scheessel, sowie ein Rettungswagen aus dem Landkreis Harburg standen während der Übung in der Kaserne als Rettungseinheiten an dem real brennenden Gebäude bereit.

Um eventuelle Realeinsätze im Stadtgebiet abarbeiten zu können, stand während der Übung das LF10/6 aus Bevern in Bereitschaft und wäre im Einsatzfall sofort in Richtung Einsatzstelle abgerückt.

Insgesamt waren über 700 Freiwillige an der Übung beteiligt.

Text: Florian Mügge, Fotos & Video: Feuerwehr Bevern + Feuerwehr Gnarrenburg (Nochmals Vielen Dank)

 

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